Unsere Zukunft
Schneller umdenken
„Et hätt noch immer jot jejange“, sagt der Rheinländer mit sympathischer Sorglosigkeit. Doch können wir uns diese Haltung auch noch leisten, wenn wir mit Blick auf die Umwelt in die Zukunft schauen? Können wir tatsächlich davon ausgehen, dass die 1,4 Milliarden Kilometer, die jährlich allein auf Aachens Straßen zurückgelegt werden, ohne Folgen sein werden und alles so bleiben kann, wie es ist?Chance auf Umkehr?
Allein die Aachener PKW sind mit ungefähr 190.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr an der Klimaerwärmung beteiligt. Rasen wir also in unser Unglück oder gibt es eine Chance auf Umkehr?
Noch keine Trendwende in Sicht
Die Experten sind sich in dieser Frage uneins. Klaus Burmeister, Politologe und Zukunftsforscher, einer der Redner auf der Veranstaltung „Aachen 2050“, die am 12. März stattgefunden hat, glaubt, dass ein längerer Lernprozess erforderlich sein wird, bevor ein Umdenken einsetzt: „Erst wenn wir zwei oder drei Jahre lang einen sehr heißen Sommer und extrem kalte Winter hatten, ändert sich etwas“, sagt er.
Außerdem hänge es von der Politik und der Gesellschaft ab, ob diese genug Druck ausüben – zum Beispiel auf die Automobilkonzerne. Erst dann werden nach Burmeister Techniken entwickelt, die die Umwelt stärker schonen. Seiner Meinung nach ist derzeit jedoch noch keine Trendwende in Sicht.
Der wirksame Umgang mit Energie könne aber auch über einen marktwirtschaftlichen Mechanismus in Gang kommen: Wenn nämlich der Kostendruck die Ingenieure dazu zwingt, energiesparende Motoren und Verfahren zu entwickeln. In der derzeitigen Krise gehe ohnehin alles etwas langsamer voran.
Energieeffizienz und regenerative Energiequellen
Professor Dr. Olav Hohmeyer, Mitglied des Sachverständigenrates für Umweltfragen der Bundesregierung, glaubt, dass uns die Lösung des Klimaproblems jährlich 100 Milliarden Dollar kosten wird. Die Finanzkrise koste hingegen 2.500 Millarden Dollar, meint der Wissenschaftler der Universität Flensburg.
„Am Geld kann die Lösung des Problems daher nicht scheitern“, so Homeyer. Man müsse frühzeitig auf die richtigen Lösungen setzen, dann werde man zu den Gewinnern der notwendigen Veränderungen gehören. Ein kompletter Umstieg auf Energieeffizienz und regenerative Energiequellen sei notwendig.


